Stand im März letzten Jahres die Wanderung der Erdkröten und anderer Amphibien zu den Laichgewässern im Haspelbiotop und zum Oldenstädter See im Focus, so waren es dieses Mal die ,Wasservögel’. Mit genügend Ferngläsern ausgestattet konnten die Kinder an je zwei Tagen im April und Mai das Treiben von Nilgänsen, Stockenten, Haubentauchern, Höckerschwänen und eines Kormorans beobachten. Höchst entzückt waren die Kinder dann überdies, wenn auch noch die eine oder andere Daune oder Feder am Ufersaum lag und sie die dann voller Stolz mit nach Hause nehmen durften.
Ein Highlight war sicherlich das Blesshuhnküken, das ganz unerschrocken und ohne Eltern im Gras nach Futter pickte und auf die Kinder zutrippelte, die ihm aus nächster Nähe eine ganze Weile zuschauen konnten. Bereits im Vorfeld war den Kindern vermittelt worden, dass sie wilde Tiere am besten beobachten können, wenn sie sich möglichst still und unbewegt verhalten.
Das klappte auch bestens, als eine Stockentenmama mit ihren acht Küken zutraulich auf unsere Gruppe zugeschwommen kamen - vermutlich weil sie Futter von uns erwarteten. Das war dann passender Anlass zu erklären, dass man Wildtiere unter normalen Lebensbedingungen nicht füttern sollte. Allzu oft wird den Tieren ungeeignetes Futter gegeben, an dem sie dann verenden.
Ständig gab es weitere Entdeckungen. So faszinierten auch all die Kaulquappen und Teichfrösche, die sich am östlichen Uferrand tummelten. Gerne wollten die Kinder die Tiere in die Hand nehmen, was wiederum ein passender Anlass war, darüber zu informieren, dass nach deutschem und europäischen Recht alle Amphibienarten geschützte Tiere sind und entsprechend nicht gefangen oder gar getötet werden dürfen. Damit die Kinder aber die eine oder andere Kaulquappe näher betrachten konnten, durften sie jedoch für einen kurzen Moment Wasser mit hohlen Händen schöpfen, in dem die eine oder andere Kaulquappe schwamm.
Welch unerschöpfliche Vielfalt in der Natur geboten ist, zeigte sich den Kindern aber auch so ganz nebenbei. An einem Sandhügel am Wegesrand waren Erdbienen ganz emsig dabei, Brutröhren anzulegen. Und eine prächtige, fette rote Schmetterlingsraupe spazierte mitten über den Weg. Die wurde dann natürlich behutsam mit Hilfe von großen Blättern im Gebüsch in Sicherheit gebracht.
Bei all den vielfältigen Beobachtungen muss es natürlich auch eine Pause geben. Dafür ist das Rauchhaus mit Spielplatz und Holztischen und -bänken ideal. Danach waren die Kinder dann wieder frisch und fit für die nordwestliche Hälfte des Rundweges um den ,Osee’ und den Rückweg zur Schule.
Kinder beobachten Wasservögel und Amphibien am Oldenstädter See in Uelzen-Oldenstadt