Alte Apfelsorten bewahren – gemeinsam Bäume neu beleben

09. März 2026

Veredelungs-Workshop nur am 15. März! bitte bei Terminen nachschauen!

Es liegen von Obstbäumen geschnittene Edelreiser auf einem Tisch Es liegen von Obstbäumen geschnittene Edelreiser auf einem Tisch

Manche Apfelsorten erzählen Geschichten. Von Gärten aus der Kindheit, von langen Sommern und von Geschmäckern, die man nicht vergisst. Genau diesen Sorten widmet sich die Kreisgruppe Uelzen des BUND auch in diesem Jahr wieder mit ihrer Aktion zur Obstbaumveredelung. Anfang Februar startet die inzwischen vierte Runde – offen für alle, die alte Bäume erhalten oder neu beleben möchten.

Gesucht sind Menschen mit erhaltenswerten Obstsorten ebenso wie Neugierige, die lernen möchten, wie aus einem scheinbar unscheinbaren Trieb wieder ein kräftiger Baum mit vertrauten Früchten entsteht. Zunächst werden in der Winterruhe die einjährigen Edelreiser geschnitten (Anfang Februar). Im März folgen die Veredelungspartys, bei denen Wissen weitergegeben, Erfahrungen geteilt und Bäume für die Zukunft vorbereitet werden.

Warum dieser Aufwand? Apfelbäume lassen sich nicht sortenecht aus Kernen vermehren. Nur wenn ein einjähriger Trieb auf einen Wildling gesetzt wird, bleibt die Sorte erhalten – und mit ihr der Geschmack, der oft über Generationen weitergegeben wurde.

Neben bekannten regionalen Sorten wie dem Uelzener Kalvill, dem Celler Dickstiel oder dem Uelzener Rambour stehen auch weniger bekannte Apfelschätze im Fokus: die „Winterbanane“, der „rote Eiserapfel“ oder der „Weiße Winterkalvill“.

Der Eiserapfel lässt sich kühl gelagert über zwölf Monate aufbewahren und ist selbst im Frühjahr noch genussvoll. Der Weiße Winterkalvill, auch „Zarenapfel“ genannt, wurde früher bis an den Zarenhof nach St. Petersburg verkauft und überzeugte dort im März mit seinem feinen Himbeeraroma.

Haben Sie eine Obstsorte, die Sie erhalten oder weitergeben möchten? Dann melden Sie sich bitte bis zum 1. Februar 2026.

Das Schneiden und Einsammeln der Edelreiser findet am Sonntag 8. und am Montag 9. Februar statt.

Die Veredelungsaktion als Workshop wird am Sonntag 15. März durchgeführt. Eine Teilnahme ist auch ohne eigene Edelreiser möglich. Die Orte und Uhrzeiten werden den Teilnehmenden rechtzeitig mitgeteilt.

So entsteht aus Wissen, Handarbeit und Begeisterung ein Stück lebendiges Kulturgut – Baum für Baum.

Durchgeführt wird die Aktion vom BUND-Mitglied Adrian Robertson, Initiator des essbaren „Waldgarten Schafwedel n.e.V.“ und Berater für regenerative Landnutzung.

Kontakt: Adrian Robertson Tel. 01525 98 60 329 Mail: waldgarten-schafwedel@gmx.net !!!

Auch im dritten Jahr nahmen wieder zahlreich Interessierte an den Aktionen teil.

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