Im Auftrag der Schmetterlinge

Ein Wunder mir in diesem Jahr geschah:
Die Schmetterlinge kamen mir so nah
Wie nie bisher in meinem Leben!
Sie waren mir in meine Hand gegeben!
Auf meinem Finger sitzend sagten sie mir leise
In ihrer unnachahmlich zarten Weise:
Ach siehst Du nicht, Du Menschenkind,
Dass wir schon fast verloren sind?
Wir fliegen, suchen weit und breit,
Wo gibt's noch Wildblumen in dieser Zeit?
Als Unkraut werden sie vernichtet.
Wir Tiere werden damit auch gerichtet!
Der Rasen ist nur schön, wenn kurz und sauber!
Erkennt Ihr nicht der bunten Blüten Zauber?
Nicht harmloser Schmetterlinge kunstvolle Flüge
Und ihre heimlichen zielsicheren Züge
Hin zu den begehrten Nektar-Quellen?
Könnt Ihr nur noch die Schädlinge zählen?
Um diese zu morden uns alle vergiften?
Für alle Zeiten die Wehrlosen in der Natur vernichten?!

Kannst Du nicht - wir haben keine laute Sprache -
In Deine Hand nehmen unsere Sache?
Drei kleine und doch große Bitten habe wir an Euch:

Lasst uns ein kleines buntes Blumenreich
Vielleicht am Wegrand,
Wo es Euch nicht stört,
Dass ohne Gift und Dünger es dann uns gehört!

Lasst uns zu Saugen möglichst eine große Artenzahl an Blüten
Für unsern unterschiedlichen Geschmack.
Wir wolln sie dafür hüten.
Mit anderen Insekten den Nektar teilen,
Dabei sie bestäuben und vermehren.

Lasst unsere Raupen auf ihren Fraßpflanzen gewähren!
Die meisten fressen Euch nicht alles kahl und leer.
Sie haben ihre Grenzen
Durch natürlicher Feinde Heer.

Seit Jahrmillionen hat es uns auf der Erde gegeben.
Wir töteten keine Lebewesen aus Gier.
Durch uns verschwand keine Art von Pflanze und Tier!
Doch wie lange dürfen wir noch leben?

Uelzen, den 15.12.2002
Helga Göttsche



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