Immer größere Ackerflächen

Eine strukturarme Agrarlandschaft, fotografiert in der Nähe von Wieren © Utermark

Die Kreisgruppe Uelzen des Naturschutzverbandes BUND hat sich für das Jahr 2009 das Thema "Wegeseitenräume in der Agrarlandschaft" als Schwerpunktthema gewählt. "Die Ackerflächen in unserem Agrarkreis Uelzen werden jedes Jahr größer", erklärt Wieland Utermark vom BUND, "und die nicht genutzten Biotope nehmen immer mehr ab. Als Folge davon verarmen unsere Feldmarken zunehmend an Wildtier- und Wildpflanzenarten."

Dass die Landwirte ihre Eigentumsflächen intensiv nutzen, sei ihr gutes Recht. Nur so genannte "Agrarumweltmaßnahmen", bei denen die Landwirte für gezielte Naturschutzmaßnahmen auf ihren Flächen Entschädigungszahlungen aus Steurmitteln erhalten, können dem Naturschutz dienen. Solche Aktionen unterstützt der BUND ausdrücklich, heißt es in einer Presseerklärung.

Als Überlebensräume für ungenutzte Wildtiere und Wildpflanzen kommt deshalb in der Agrarlandschaft solchen Flächen eine zunehmende Bedeutung zu, die sich im Eigentum von Gemeinden oder von Nichtlandwirten befinden. Für den BUND zählen dazu insbesondere die Wegeseitenräume von Gemeindewegen.

Die Gemeindewege haben in unserer Heideregion meistens katasteramtliche Breiten von etwa sieben, neuen oder elf Metern. Rechnet man großzügig fünf Meter als Fahrspur ab, bleiben daneben Restbreiten von zwei bis neun Metern, die Naturschutzzwecken dienen können.

Auf diesen ungenutzten Wegeseitenflächen haben eine Vielzahl von Wildpflanzen und Wildtierarten Überlebensmöglichkeiten. Allerdings nur, wenn die Flächen gezielt erhalten und gepflegt werden.

Dazu ist es aus Sicht des BUND wichtig, dass die Wege in katasteramtlicher Breite vorhanden sind und weder durch Dünger noch durch Spritzmittel von den Ackerflächen beeinträchtigt werden. "Die frühere Unsitte einiger Landwirte, die Wegeflächen als "Vorgewende" zu missbrauchen, ist glücklicherweise nur noch selten zu sehen", unterstreicht Utermark. Zur Pflege von gehölzfreien Wegeflächen gehöre das gelegentliche Mähen. Dies dürfe aber nicht unzeitgemäß und überall gleichzeitig in der Gemarkung geschehen. Wie man es naturschutzgemäß richtig macht, hat die Kreisverwaltung in einer Untersuchung für den Landkreis Uelzen erarbeiten lassen. Das Ergebnis liegt als Broschüre kostenlos für jedermann bei der Naturschutzbehörde vor.

Bisher war es vielerorts üblich, dass Landwirte in ihren örtlichen Gemarkungen gemeindeeigene Wegeflächen nach eigenen Vorstellungen und vermeintlich zu ihrem eigenen Nutzen kostenlos gemäht haben. Dies geschah oft zum Schaden der Natur. Heute bewerten viele junge Landwirte die Wegeseitenräume als unbedeutend für ihre Nutzflächen und mähen diese deshalb nicht mehr.

Für den Naturschutz in einer nachhaltig genutzten, zukunftsfähigen Agrarlandschaft fordert der BUND, dass Gemeindeflächen zukünftig nur noch nach ökologischen Gesichtspunkten erhalten und gepflegt werden. Dafür sollte es Agrarumweltprogramme geben, aus denen solche Pflegemaßnahmen bezahlt werden, fordert Utermark im Namen des Naturschutzbundes.

(AZ vom 16.4.2009, Seite 5)



Wegrainprojekt
des Landkreises Uelzen

Suche