Wegraine sind Nahrungsquelle:

Sie bieten

  • Pollen und Nektar für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Schwebfliegen,
  • Kräuter für Feldhasen,
  • Insekten und Samen für Vögel und Kleinsäuger.

Wegraine sind Rückzugsraum:

Bei Störungen durch Feldbewirtschaftung und Ernte finden Feldhasen, Wachteln, Rebhühner, aber auch Heuschrecken und Laufkäfer Zuflucht in den ungesörten Wegrainen.

Schmetterlinge wie der C-Falter sind auf blühende Pflanzen zur Nahrungsaufnahme angewiesen. Die Raupen dieser Art entwickeln sich an Brennesseln © H. Göttsche

Wegraine sind Wohnstätte und Nistplatz:

Viele Tierarten der Agrarlandschaft (z.B. Feldlerche, Radnetzspinnen, Schwebfliegen, Heuschrecken) leben bevorzugt in solchen Saumbiotopen.

Wegraine sind Überwinterungsraum:

Trockene Samenstände bilden ein willkommenes Nahrungsangebot für Vögel und Kleinsäuger. In hohlen halmen und Sägneln überdauern Käfer, Schmetterlinge und Spinnen. Unter dichtem Grasfilz frostgeschützt überwintern Laufkäfer und andere Kleintiere. Im Frühjahr findet von den Wegrainen aus eine Wiederbesiedlung der Ackerschläge statt.
Insbesondere Nützlinge wie Schwebfliegen und Schlupfwespen können bei entsprechender Qualität der Wegraine vom Rand her schnell und effektiv auf eine Schädlingskalamität (z.B. Blattläuse) im Acker reagieren.

Wegraine sind Schutzzonen:

Sie können bei entsprechender Lage und Struktur gefährdete Ackerbereiche vor Wind- und Wassererosion schützen.

Wegraine haben auch uns Menschen viel zu bieten:

Sie bieten Struktur und Anhaltspunkte inmitten großer und eintöniger Ackerschläge. Unser Bild der heimischen Agrarlandschaft prägen diese schmalen Streifen Grün durch ihren Abwechslungsreichtum stärker, als es so mancher Hektar Acker vermag.



Die Wegraine sind vielfältigen Beeinträchtigungen ausgesetzt

Die wichtigen Funktionen der Wegraine sind durch vielerlei Einflüsse von außen bedroht:
Dazu zählt der Eintrag von Pflanzenschutzmitteln und Dünger aus den angrenzenden Ackerflächen ebenso wie Ablagerungen von z.B. Reifen, Siloplane und Ernterückständen. Durch die Nutzung der Wegraine als Vorgewende und das massive Befahren mit schwerem Gerät, besonders zur Erntezeit, wird die Grasnarbe of schwer geschädigt.
Trotz eindeutiger echtlicher Regelungen gehört mancherorts das Abpflügen von Wegrändern zur Vergrößerung der Ackerfläche noch immer nicht der Vergangenheit an.

Häufiges Befahren der Wegraine mit schweren Maschinen zerstört die Grasnarbe. In den so entstandenen Lücken können sich problematische Ackerbeikräuter wie die Akcer-Kratzdistel oder der Gemeine Beifuß ansiedeln. © R.Klusmeyer
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