BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Eine Schneise durch den Landkreis

Auf Initiative des Landes Niedersachsen hat der Bundestag beschlossen, dass eine Autobahn den Landkreis Uelzen "erschließen" und die A7 entlasten soll. Ein echter Bedarfsnachweis war dazu nicht erforderlich. Am 29.August 2007 stellte das Land fest, dass die Trasse den Grundsätzen und Zielen der Raumordnung und Landesplanung entspricht. Die Unterlagen dazu finden Sie hier Die metergenaue Planfeststellung soll ab 2008 erfolgen.

"Ewig gestrige" Politiker halten am Dogma "Autobahn=Arbeitsplätze" fest, das schon seit über 20 Jahren wissenschaftlich nicht mehr haltbar ist, und schädigen damit Anwohner, Umwelt und unsere öffentlichen Kassen.

In 10 Jahren soll eine 600.000.000,00 Euro teure und 50 Meter breite Lärm- und Abgasschneise von Lüneburg nach Wolfsburg führen. Diese Entscheidung ist gefallen, ohne dass eine umfassende Untersuchung zum Verkehr in dieser Region vorliegt.

Der "vordringliche Bedarf" für die A 39 wird im Bundesverkehrswegeplan festgestellt, obwohl - nur zusammen mit der A14 - das Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) mit 3,4 sehr mager ausfällt.
Am 17.11.08 meldete die AZ sogar nur ein NKV von 2,8 für die A39 allein - also unter 3 und damit unter der kritischen Realisierungsmarke. Das ficht die A39-Fans nicht an.
Im Dezember 2009 hat das Bundesverkehrsministerium Kostensteigerungen von 300.000 Euro pro Kilometer und eine mögliche Reduzierung des Nutzen-Kosten-Verhältnisses von 2,8 auf 2,5 zugestanden (siehe BT-Drucksache 17/98 (50 KB)).

Der Bundesumweltminister hat die Planer auf erhebliche Versäumnisse aufmerksam gemacht, die vor allem den Naturschutz betreffen. Er sieht eine erhebliche Beeinträchtigung von FFH-Gebieten. Die Missachtung seiner Anforderungen läuft den Zielen der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt entgegen. Aber weist heißt das schon, wenn man damit keine Wahlen gewinnt?

Die Pro-A39-Initiative will nun noch aktiver werden und für die angeblich schweigende Mehrheit sprechen. Zeigen Sie ihr wie viele bisherige Schweiger nun auch noch dagegen sind!

Auch wir wollen - entgegen gern wiederholter Vorurteile - die Verkehrserschließung des Landkreises verbessern, aber nicht mit den verstaubten Rezepten der 60er Jahre. Damals waren weder Klimakatastrophe noch vernetzte Verkehrssysteme bekannt. Der BUND setzt sich für einen zügigen Ausbau der vorhandenen Bundesstraßen ein. Eine neue Trasse ist viel zu teuer und zerstörerisch. Dringende Ortsumfahrungen für Jelmstorf, Tätendorf, Melbeck und wahrscheinlich auch in Kirchweyhe werden nicht gebaut. Die A 39 ist frühestens in 10 Jahren fertig - wenn das Geld reicht.

Einen Ausbau der B 4 nördlich von Uelzen hält man - ohne genaue Begründung - für "nicht praktikabel", obwohl er wesentlich billiger und umweltschonender zu realisieren wäre. Zwischen Celle und Hannover wurde der Verkehr ohne eine ganz neue Trasse erheblich beschleunigt. Auch die Stadt Lüneburg fordert eine Prüfung dieser Lösung.

Die Schienenwege könnten ohne neue Trassen verbessert werden. Der Elbe-Seitenkanal wird mit viel Geld ausgebaut. Es fehlt das integrierte Verkehrskonzept. Können Autobahnbefürworter nicht so weit denken?
Projektdaten zur A 39 des Bundesverkehrsministeriums (Anwahl über "Dossier Ansicht / A 14 VUNO I").

Ein wichtiges Buch zum Thema: Schwarzbuch Straße von Andreas Reisinger und Else Rieger - das mit den 9000 Kilometern für einen Becher Joghurt.

Versteckte Kosten -
Verkehr belastet Deutsche mit Milliarden (Deutschlandfunk 08.05.2007)

Quelle: http://uelzen.bund.net/wofuer_setzen_wir_uns_ein/keine_autobahn/