Barnstedt-Melbecker Bach: FFH Schutzzweck

Besonderer Schutzzweck (Erhaltungsziele) für das NSG im FFH-Gebiet ist die Erhaltung oder Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes durch 

  1. den Schutz und die Entwicklung insbesondere

    a) des Barnstedt-Melbecker Baches und seiner Zuflüsse als von natürlicher Dynamik geprägter, ökologisch durchgängiger Fließgewässer mit von hohem Grundwasserstand geprägten Niederungen als Bestandteil des Fließgewässerkomplexes der Ilrnenau ,

    b) niederungstypischer, meist quelliger, naturnaher Erlen- und Birkenbruchwälder, Erlen-Eschenwälder und Birken- und Kiefern-Moorwälder,

    c) naturnaher Eichen-Hainbuchenwälder im Übergangsbereich zu den Feuchtwäldern sowie naturnaher Buchen- und Eichenmischwälder in den Talrandbereichen,

    d) kleinflächiger feuchter Moorgesellschaften,

    e) Bach begleitender Hochstaudenfluren, Rieder und Sümpfe,

    f) artenreicher Feucht- und Nasswiesen sowie Grünländereien mittlerer Standorte,

    g) der Niederungslandschaft als Lebensraum insbesondere von Bachneunauge, Groppe, Bachmuschel, Fischotter sowie seltener Vogelarten,
  2. die Erhaltung und Förderung insbesondere

    a] der p r i o r i t ä r e n   L e b e n s r a u m t y p e n (Anhang I FFH-Richtlinie)

    aal 91DO Moorwälder als kleinflächiger, naturnaher, torfmoosreicher Birken- und Kiefern-Moorwald auf nährstoffarmen, nassen Moorböden mit allen Altersphasen in mosaikartigem Wechsel, mit standortgerechten, ursprünglich im Naturraum heimischen Baumarten, einem hohen Alt- und Totholzanteil, Höhlenbäumen, natürlich entstandenen Lichtungen und strukturreichen Waldrändern einschließlich seiner typischen Tier- und Pflanzenarten,

    bb) 91E0 Auenwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) als naturnahe, feuchte bis nasse Erlen- und Eschenwälder aller Altersstufen in Quellbereichen und entlang des Barnstedt-Melbecker Baches sowie dessen Zuflüssen mit einem naturnahen Wasserhaushalt, standortgerechten, ursprünglich im Naturraum heimischen Baumarten, einem hohen Alt- und Totholzanteil, Höhlenbäumen sowie spezifischen Habitatstrukturen (Flutrinnen, Tümpel, Verlichtungen) einschließlich ihrer typischen Tier- und Pflanzenarten,

    b) der ü b r i g e n  L e b e n s r a u m t y p e n (Anhang I FFH-Richtlinie)

    aa) 3260 Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und Callitricho batrachion des Barnstedt-Melbecker Baches und seiner Zuflüsse als naturnahe Fließgewässer mit unverbauten
    Ufern, vielfältigen Sedimentstrukturen, guter Wasserqualität, natürlicher Dynamik des Abflussgeschehens, einem durchgängigen, unbegradigten Verlauf und naturnahem Auwald- und Gehölzsaum sowie gut entwickelter flutender Wasservegetation an besonnten Stellen einschließlich der typischen Tier- und Pflanzenarten,

    bb) 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) als artenreiche, wenig gedüngte, vorwiegend gemähte Wiesen auf mäßig feuchten bis mäßig trockenen Standorten, teilweise im Komplex mit Feuchtgrünland oder Magerrasen einschließlich ihrer typischen Tier- und Pflanzenarten,

    cc) 7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore als kleinflächig vorkommende, naturnahe, waldfreie Übergangs- und Schwingrasenmoore, u. a. mit torfmoosreichen Seggen-Riedern, auf sehr nassen, nährstoffarmen Standorten, im Komplex mit anderen Moortypen einschließlich ihrer typischen Tier- und Pflanzenarten,

    dd) 9110 Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum) als naturnahe, strukturreiche Buchenwälder an den Talkanten auf bodensauren Standorten mit allen Altersphasen in mosaikartigem Wechsel, mit standortgerechten, ursprünglich im Naturraum heimischen Baumarten, einem hohen Alt- und Totholzanteil, Höhlenbäumen, natürlich entstandenen Lichtungen und vielgestaltigen Waldrändern einschließlich ihrer typischen Tier- und Pflanzenarten,

    ee) 9160 Subatlantischer oder mitteleuropäischer Stieleichenwald oder Eichen-Hainbuchenwald (Carpinion betuli) als naturnahe bzw. halbnatürliche, strukturreiche Eichenmischwälder auf feuchten bis nassen Standorten mit allen Altersphasen in mosaikartigem Wechsel, mit standortgerechten, ursprünglich im Naturraum heimischen Baumarten, einem hohen Alt- und Totholzanteil, Höhlenbäumen, natürlich entstandenen Lichtungen und vielgestaltigen Waldrändern einschließlich ihrer typischen Tier- und Pflanzenarten,

    ff) 9190 Alte bodensaure Eichenwälder auf Sandebenen mit Quercus robur als naturnahe bzw. halbnatürliche, strukturreiche Eichenmischwälder auf nährstoffarmen Sandböden mit allen Altersphasen in mosaikartigem
    Wechsel, mit standortgerechten, ursprünglich im Naturraum heimischen Baumarten, einem hohen Alt- und Totholzanteil, Höhlenbäumen und vielgestaltigen Waldrändern einschließlich ihrer typischen Tier- und Pflanzenarten,

    c) der T i e r a r t e n (Anhang II FFH-Richtlinie)

    aa) Fischotter (Lutra lutra) als eine vitale, langfristig überlebensfähige Population u. a. durch Sicherung und Entwicklung naturnaher, durchgängiger Gewässer und Auen (insbesondere geprägt von einer natürlichen Gewässerdynamik, strukturreichen Gewässerrandbereichen mit vielfältigen Deckungsmöglichkeiten, hohem Fischreichtum, störungsarmen Niederungsbereichen, Bach begleitenden Auenwäldern und Ufergehölzen sowie einer hohen Gewässergüte), Sicherung und Förderung der Wandermöglichkeit des Fischotters entlang der Fließgewässer (z. B. Bermen, Umfluter),

    bb) Bachneunauge (Lampetra planeri) als eine vitale, langfristig überlebensfähige Population im durchgängigen, unbegradigten, sauerstoffreichen und sommerkühlen Barnstedt-Melbecker Bach mit seinen Zuflüssen (Gewässergüte II oder besser), mit Laich- und Aufwuchshabitaten mit vielfältigen Sedimentstrukturen und Unterwasservegetation (kiesige und sandige, flache Abschnitte mit mittelstarker Strömung) sowie naturraumtypischer Fischbiozönose,

    cc) Groppe (Cottus gobio) als eine vitale, langfristig überlebensfähige Population im durchgängigen, unbegradigten, schnell fließenden, sauerstoffreichen und sommerkühlen Barnstedt-Melbecker Bach mit seinen Zuflüssen (Gewässergüte II oder besser) mit vielfältigen Sedimentstrukturen (kiesiges, steiniges Substrat), unverbauten Ufern und Verstecken unter Wurzeln, Steinen, Holz bzw. flutender Wasservegetation sowie naturraumtypischer Fischbiozönose,

    dd) Bachmuschel (Unio crassus) als eine vitale, langfristig überlebensfähige Population in naturnahen, strukturreichen, durchgängigen Fließgewässern mit stabiler, zum Teil steinigkiesiger Gewässersohle, hoher Wasserqualität (Gewässergüte II oder besser) sowie einer typischen Fischartenzusammensetzung in einer gebietstypischen Individuendichte als Lebensraum der Muscheln,

    ee) Kammmolch (Triturus cristatus) als eine vitale, langfristig überlebensfähige Populationin unbeschatteten, nicht zu kleinen Gewässern mit Flachwasserzonen sowie Tauch- und Schwimmblattpflanzen in strukturreicher Umgebung mit geeigneten Landhabitaten (Brachland, Wald, extensives Grünland, Hecken) und Verbund zu weiteren Vorkommen; die Gewässer besitzen einen nur geringen, natürlichen Fischbestand oder sind zeitweise austrocknend und überwiegend fischfrei.


Jahresberichte

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Jahresbericht 2008 des Bundesverbandes (4,5 MB)
Jahresbericht 2008 des Landesverbandes (2,9 MB)

Jahresbericht 2007 des Bundesverbandes (3,9 MB)
Jahresbericht 2007 des Landesverbandes (2,8 MB)

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