Lästiges Land?

Viel Fläche unter Bewirtschaftung zu haben ist seit je her das Ziel der Landwirte. Trotzdem wurden schon seit ganz langer Zeit  Wege in großzügiger Breite angelegt, die nicht nur dem Verkehr zu Wiesen und Feldern dienten, sondern auf den Wegeseitenräumen Obstbäume, Hecken und Grünflächen zur allgemeinen Nutzung bereitstellten. Die Nebeneffekte waren eine abwechslungsreiche Landschaft und eine große Anzahl verschiedener Tier- und Pflanzenarten mitten in der Agrarlandschaft.
Als diese Flächen nicht mehr genutzt wurden, gab es verständlicherweise Begehrlichkeiten, sie den Feldern anzugliedern. In Extremfällen führte das zu einer baum- und strauchlosen Agrarsteppe, in der nur wenige Arten leben aber um so mehr Schädlinge für Kulturpflanzen.
Inzwischen ist jedoch immer mehr Landwirten bekannt, dass naturnahe Areale in der Feldlandschaft den natürlichen Pflanzenschutz fördern, die Fruchtbarkeit durch bestäubende Insekten erhöhen und Hecken nicht nur vor Winderosion und erhöhter Verdunstung schützen.
Da sie außerdem oft die einzigen Rückzugsgebiete für wildlebende Pflanzen und Tiere sind, ist es so wichtig, dass Hecken und Wegeseitenräume in guter ökologischer Qualität erhalten bleiben.
Bei Flurbereinigungen müssen die Wege und Ausgleichsflächen gut geplant werden, damit sie ihre vielen Funktionen erfüllen können, besonders die Vernetzung von Biotopen und anderen gliedernden Landschaftsteilen als schützende Wanderwege.
Den Gemeinden müssen die Flächen auch verpflichtend zugewiesen werden, damit die strukturierende Bepflanzung (anfangs mit Zaun gegen Verbiss) und die Einsaat mit standortgerechter Pflanzenmischung auch ausgeführt werden, wie die obligatorische Ausgleichsmaßnahme bei jeder anderen Baumaßnahme.
Die Flächen sind öffentliches Eigentum und müssen regelmäßig gepflegt werden, damit sie ihre Funktionen behalten. Diese Aufgabe obliegt den Kommunen, die jedoch oft kein Interesse an den Flächen haben, da sie nur Kosten verursachen.
So fallen die Wegeseitenräume und bewirtschaftungsfrei zu haltenden Feldstreifen der „landwirtschaftlichen Sukzession“ zum Opfer oder werden von den Landwirten notgedrungen, halbherzig und sparsam mitgepflegt, weil sie ihnen nicht gehören.
Die Samtgemeinde Wrestedt hat deshalb mit der BUND-Kreisgruppe vereinbart, die Heckenpflegemaßnahmen finanziell zu unterstützen, Kräfte der IDA führen die Arbeiten mit ökologischen Methoden aus und werden vom BUND angeleitet und betreut.
Ziel ist es, eine vielfältige, attraktive Kulturlandschaft zu schaffen, die nicht das Land übernutzt, sondern Platz lässt für wildlebende Tiere und Pflanzen, die in natürlicher Konkurrenz auch eine naturgemäße Lebensmittelproduktion zulässt.
Zugleich sind es solche Landschaften, die Menschen anziehen und Natur erleben lassen, ohne Betretungsverbot, abwechslungsreich, überraschend, voll spannender Erlebnisse, erholsam.
Diese Trümpfe müssen die Gemeinden im Landkreis spielen, damit ein sanfter Tourismus im letzten autobahnfreien Gebiet Deutschlands ein weiteres Standbein der ökonomischen Entwicklung wird.

Wilfried Meyer



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