Pflege erhält ihre Funktion

Hecke bei Nienwohlde, vom BUND teilweise auf den Stock gesetzt Foto: W. Meyer

Überlässt man Feldhecken sich selbst, entwickeln sie  sich so, dass sie im unteren Bereich starkes Holz haben, wenig Laub und kaum neue Triebe. Im oberen Bereich wird das Volumen der Sträucher immer größer, vor allem breiter. Dadurch werden nicht nur die Wege schmaler, sondern auch die Arbeit auf den angrenzenden Felder wird beein-trächtigt. Außerdem leidet die ökologische Funktion der Hecke, da sie weniger Sichtschutz und Verstecke bietet. Sie ist „unten licht“ und „oben dicht“ geworden.
Üblicherweise wird eine Hecke mit einer Fräse „in Form“ gebracht, wie eine Gartenhecke, schön gerade und eckig ohne Rücksicht auf einzelne Sträucher und Bäume. Bei älteren Geräten werden die Zweige und Äste wie mit einem Schwert abgeschlagen. Bei dünnerem Holz ist das Ergebnis akzeptabel. Bei dickeren Ästen z. B. von Eichen führte dies jedoch dazu, dass die Äste splitterten und ausfaserten. Werden Äste dicht am Stamm geschnitten, überwächst die Schnittstelle in wenigen Jahren. Ein langer Ast aber, der nicht mehr austreibt, bietet Pilzen und Bakterien optimale Angriffsflächen. Sie können den ganzen Baum gefährden, wenn sie den Stamm befallen. Neue, verbesserte Geräte arbeiten mehr mit Sägetechniken, die das Splittern starker Äste vermeiden, wenn langsam gearbeitet wird.
Leider stellen Mitarbeiter der BUND-Kreisgruppe Uelzen im-mer wieder fest, dass aus Kostengründen Hecken regelrecht  zerschreddert werden. Außerdem werden die Hecken auf ganzer Länge bearbeitet, so dass die Schutz- und Lebensraumfunktion für mehrere Jahre verloren geht.
Die BUND-Kreisgruppe Uelzen hat das zum Anlass genommen, eine Methode anzuwenden, die diese Fehler vermeidet und ein besseres Ergebnis bringt. In Absprache mit den Besitzern der Hecken (privat oder Kommune) wird die Pflege nach folgendem Muster durchgeführt:
Zuerst wird die Hecke auf der ganzen Länge in etwa gleichlange Abschnitte á 10-25 m eingeteilt und eingestreute Bäume nach ihrer Funktion am Standort zum Stehen lassen markiert.
Jeder zweite Abschnitt wird dann -mit Ausnahme der markierten Bäume- in der Winterperiode „auf den Stock gesetzt“.
Konkret wird alles abgesägt oder mit Astscheren so abgeschnitten, dass 20-30 cm lange Stöcke stehen bleiben, die genügend Knospen und schlafende Augen haben, um im kommenden Frühjahr auszutreiben.
Durch den abschnittsweisen Eingriff bleibt genügend alte Hecke stehen, damit der charakteristische Zustand nicht radikal verändert wird und spezialisierte Arten ihren Lebensraum nicht verlieren. In fünf bis acht Jahren haben sich die gestutzten Abschnitte wieder so weit entwickelt, dass  die anderen Abschnitte auf den Stock gesetzt werden können.
Der Austrieb der Büsche erfolgt im darauf folgenden Frühjahr meist sehr heftig, da ein starkes Wurzelwerk nur wenige Pflanzenteile über der Erde zu versorgen hat.
Schon im nächsten Jahr ist an der Höhe der Sträucher kaum noch zu erkennen, wo gesägt wurde. Nur an der Struktur erkennt man die verjüngte Hecke: unten dicht - oben licht. Einzelne Bäume, deren Längenwachstum nicht unterbrochen wurde, modulieren die Höhe der Hecke und geben den Baumbewohnern ihren Lebensraum.
Da durch diese Methode je nach Bodengüte alle 5 - 8 Jahre 50% der Hecke verjüngt wird, erhält der Heckenbesitzer eine klare Übersicht über den jährlichen Arbeitsanfall zur Heckenpflege. 

Wilfried Meyer



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